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Leber von Ostsee-Dorschen ist stark mit Dioxin belastet

Februar 7, 2013 @ No Comments
Leber von Ostsee-Dorschen ist stark mit Dioxin belastet

Fisch ist lecker und gesund. Dorschleber gilt als Delikatesse und besitzt viele wertvolle Omega-3 Fettsäuren.  Doch nun warnt das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommerns vor dem Verzehr von Dorschleber aus der Ostsee.

Die Leber des Fisches enthalte vermehrt Umweltgifte, wie das Ministerium in einer Erklärung mitteilte. In den vergangenen fünf Jahren sind 26 Dorschleberproben auf Dioxine, Furane und PCB (organische Chlorverbindungen) analysiert worden. Die Werte aller 21 Proben aus der Ostsee überschritten die Höchstgehalte der geltenden EU-Verordnung.

„Ich möchte betonen, dass alle fischverarbeitenden Betriebe, Handel und Verbände im Land darüber informiert sind und daher amtlicherseits geregelt ist, dass keine Dorschleber aus der Ostsee in den Verkauf gelangt“, unterstreicht Verbraucherminister Dr. Till Backhaus.

Dorsch 1

Dioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (dl-PCB) sind hochgiftig. Sie stehen im Verdacht, Krebs auszulösen, das Immunsystem zu schädigen und die Keimzellen zu beeinträchtigen. Die Fische nehmen Dioxine aus dem Wasser und ihrer Nahrung auf und reichern die Gifte nach und nach im Fettgewebe an. Die fettreiche Leber vom Dorsch, dem in der Ostsee heimischen Kabeljau, enthält besonders viel Dioxin. Schon der Verzehr von 200 g Dorschleber reicht aus, die empfohlene Verzehrhöchstmenge von Dioxinen und Furanen für 48 Wochen voll auszuschöpfen.

Da nicht nur Fische, sondern auch der Mensch die Giftstoffe im Fettgewebe ablagert, können langfristig wichtige Organe geschädigt werden.

Schon vor fünf Jahren hatte der Fischverarbeitungsbetrieb „Rügenfisch“ in Sassnitz bekannt gegeben, keine Leber des Ostsee-Dorsches mehr zu verarbeiten. Ganz freiwillig ist die Umstellung nicht geschehen, denn seinerzeit hat foodwatch  die Dorschleber diverser Fischverarbeitungsbetriebe auf die Gehalte an Dioxin und dioxinähnlichen polychlorierten Biphenyle in einem Labor testen lassen. Am stärksten war eine Probe von Rügenfisch-Dorschleber belastet. Der zulässige Dioxinwert wurde pro Gramm Fisch mit 15,3 Pikogramm um das Vierfache überschritten, der von dl-PCB mit 62,3 um den Faktor acht.

Dioxine und PCB sind sehr stabile Verbindungen mit langen Halbwertzeiten. Wegen dieser Stabilität ist eine entscheidende Reduzierung der Belastungssituation bei Dorschleber aus der Ostsee leider nicht zu erwarten. „Wir wenden uns hier speziell an die Angler und Fischer: Konsumieren Sie die Dorschleber aus Ihrem Fang in der Ostsee nicht“, appelliert nun der Verbraucherminister Backhaus.

Allerdings gilt Dorsch- oder Kabeljauleber aus anderen Meeresregionen als vergleichsweise unbelastet.


 

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