Machtgier und Geltungssucht verbinden Adolf Hitler und Benito Mussolini. Der Themenabend beschreibt die nicht immer einfache Beziehung zwischen den beiden faschistischen Diktatoren. Während “Vincere” von Marco Bellocchio den Aufstieg Mussolinis erzählt und ein persönliches Geheimnis des faschistischen Herrschers aufdeckt, widmet sich “Hitler, Mussolini und ich” dem Besuch Hitlers bei Mussolini im Jahr 1938.
Die Gier nach Macht und Geltung verbindet zwei Männer, deren persönliche Beziehung weniger einfach zu deuten ist: den Deutschen Adolf Hitler und den Italiener Benito Mussolini, zwei faschistische Diktatoren, die beide in ihrem Streben nach Einfluss ohne jegliche Rücksicht vorgehen.
Zu Beginn des ARTE-Themenabends widmet sich die Dokumentation “Vincere” von Marco Bellocchio dem Aufstieg Benito Mussolinis zur absoluten Macht in Italien und enthüllt gleichzeitig ein privates Geheimnis des Diktators, seine Beziehung und sein gemeinsames Kind mit Ida Dalser, einer Frau aus gutem italienischem Hause. Anschließend schildert der Dokumentarfilm “Hitler, Mussolini und ich” den Besuch Adolf Hitlers bei Benito Mussolini und wirft einen einzigartigen Blick auf die vertraulichen Gespräche zwischen den beiden faschistischen Herrschern.
Regie: Marco Bellocchio
Drehbuch: Marco Bellocchio, Daniela Ceselli
Musik: Carlo Crivelli
Schnitt: Francesca Calvelli
Darsteller: Fausto Russo Alesi (Riccardo Paicher), Giovanna Mezzogiorno (Ida Dalser), Filippo Timi (Benito Mussolini), Michela Cescon (Rachele Mussolini), Pier Giorgio Bellocchio (Pietro Fedele)
Produzent: Mario Gianani
Ton: Gaetano Carito
Benito Mussolini, der faschistische Diktator Italiens, hütete ein privates Geheimnis. Niemand sollte von der Existenz Ida Dalsers, seiner Geliebten, und der ihres gemeinsamen Sohnes Benito Albino wissen.
Es gab ein streng gehütetes Geheimnis im Leben des faschistischen Diktators Benito Mussolini, das auch in der offiziellen Geschichtsbetrachtung nicht erwähnt wird: seine Geliebte Ida Dalser und das gemeinsame Kind Benito Albino.
Ida Dalser war eine junge Dame aus gutem Haus, die 1914 den jungen Benito Mussolini in Mailand kennenlernte, als er noch als radikaler Sozialist die Parteizeitung “Avanti!” herausgab. Sie war sofort völlig von ihm fasziniert. Um ihn bei der Finanzierung seiner eigenen Tageszeitung “Popolo d’Italia” zu unterstützen, verkaufte Ida ihr gesamtes Hab und Gut.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges ging Benito Mussolini zum Militär und verschwand aus dem Leben der jungen Frau, die inzwischen Mutter geworden war. Zu diesem Zeitpunkt war Mussolini bereits mit Rachele Guidi liiert, die er im Jahr 1915 heiratete. Das war ein schwerer Schock für Ida Dalser, die sich jedoch zeitlebens als Mussolinis rechtmäßige Ehefrau und Mutter seines ältesten Sohnes betrachtete.
Der junge Intellektuelle Bandinelli steht zwar der italienischen Gesellschaft kritisch gegenüber, ist aber kein Faschist. Doch als Hitler Mussolini in Italien besucht, wird Bandinelli zum Fremdenführer zweier Diktatoren. Er hat seine Erlebnisse damals in einem Tagebuch festgehalten.
Bandinelli, ein junger italienischer Intellektueller aus adliger Familie, war direkter Zeuge des faschistischen Triumphzuges. Als Gegner der damaligen Regierung lebte er von der Gesellschaft zurückgezogen, und nichts schien ihn dafür zu bestimmen, irgendeine Rolle im faschistischen Regime zu spielen. Doch als der Besuch des deutschen Diktators Adolf Hitler bei seinem italienischen Pendant Benito Mussolini anstand, wurde der kultivierte Aristokrat Bandinelli als Touristenführer für die beiden eminenten Vertreter des europäischen Faschismus engagiert. Bandinellis Tagebucheinträge zeugen von seiner persönlichen Entwicklung und den Veränderungen innerhalb der italienischen Gesellschaft während des Zweiten Weltkrieges und den 15 Jahren danach.
(Quelle: arte)